AW Kleiner Durren

AW  Kleiner Durren 


Das Artillerie Werk Kleiner Durren auf dem Gemeindegebiet von Alpnach befand sich nördlich von Alpnachstad, unterhalb der Ämsigenalp, auf einer Höhe von 1205 m.ü.M in den Felsen des „Chli Turren“. Erreichbar war es mit der Pilatusbahn ab Alpnachstad, war doch der Eingang im Tunnel unterhalb der Station Ämsigen. Bis zum Bau der Luftseilbahn zwischen Atzigen und der Festung in den späten 50er Jahren war das Werk während der Winterpause der Bahn nur zu Fuss erreichbar.

Bewaffnet war der Kleine Durren vom Dezember 1942 bis 1951 in der Batterie oben wie unten mit je vier 12 cm Kan 82 auf Schwinghebellafetten mit einer Kadenz von 4 Schuss/Minute und einer Reichweite von 9,8 km. Ab 1951 in der Batterie unten mit vier 10,5 cm Kann 35 auf Hebellafetten mit doppelter Reichweite. Das Werk wirkte primär auf den Flugplatz Buochs, sekundär auf den Bürgenberg und die beiden Engnisse.

Das Kdo des 3. AK hatte die erste Planung eingeleitet, das Baubüro des 2. AK in Luzern realisierte den Bau. Mit Schreiben vom 16. Juli 1941 legte Hbtm i Gst Tschudi den Ausbaustandard des Artilleriewerkes Kleiner Durren fest: eine Anlage für ca. 120 Mann, zwei voneinander unabhängige Werke (Höhenunterschied 60m) mit je vier Geschützen, 1`000 Schuss Munition bei jedem Geschütz, den Rest in einem zentralen Magazin, einen Kommandostand mit drei Beobachtungsscharten ; die Stollenbreite wurde mit 1,3 -1,5 m angegeben, für die Belüftung ein Hand- oder Tretventilator zugestanden. Es werde weder Kraft noch Licht installiert und es gebe kein fliessendes Wasser und keine Toiletten, die Mannschaft habe ausserhalb des Werkes Unterkunft zu beziehen. Diese restriktiven Forderungen waren zurückzuführen auf den viel zu „luxuriösen“ Ausbau der ersten Artilleriewerke. Sie wurden schliesslich nicht eingehalten. Um Baukosten einzusparen forderte Oberstkorpskommandant Prisi, auf all zu grosse Bequemlichkeit in den Anlagen zu verzichten und die Ersparnis zu Gunsten des Baues von weiteren unterirdischen Waffenstellungen einzusetzen.


Der Bauauftrag für den Rohbau ging am 12. November 1941 an die Arbeitsgemeinschaft Durren Alpnachstad, bestehend aus den Bauunternehmungen Franz Murer, Beckenried und Fritz Renfer, Solothurn für eine Bausumme von Fr. 729`035.60. Laut Vertrag musste die Baustelle am 20. April 1942 geräumt sein, bei einer Konventionalstrafe bei Fr. 1`000.- für jede Woche Verspätung. Am 5. Dezember 1941 wurde mit dem Erdaushub und Stollenvortrieb begonnen. Der Entscheid, die beiden Werke durch einen Stollen mit Steigschacht zu verbinden, fiel erst am 19: Februar 1942. Am 15. April aber waren die Kampfstände 1und 2 fertig, 3 und 4 ausgeweitet, die beiden Doppelstände 5 und 7 betoniert und im Verbindungsstollen fehlten noch 5 m bis zum Steigschacht. Erst am 21. April wurde der Bau diese fast fertigen 150 m langen Stollens zusammen mit dem Steigschacht an seinem Ende, der Sanitätshilfestelle und einem Schrägstollen für die Ventilation unterzeichnet. Die Bausumme belief sich auf Fr. 123`644.-. Die Rohbauarbeiten waren dadurch erst anfangs Oktober 1942 abgeschlossen. Die Verspätung von fast einem halben Jahr ergab sich aus den während der Bauzeit beschlossenen zusätzlichen Stollen und Kavernen. Sämtliche Materialtransporte erledigte die Pilatusbahn. Sie setzte einen eigenen Dampf Zahnradtriebwagen mit einer Nutzlast von 3,5 t ein. Die Schneeräumung besorgten Hilfsdienst Detachemente, welche im Winter 1941/42 26`250 Arbeitsstunden leisteten.

Am 23. November 1943 konnten die Bau- und Installationsarbeiten durch die FW Kp 15 provisorisch abgenommen werden. Die Telefon-, Elektro-, Wasser-, Ventilations-, und Sanitäranlagen waren betriebsbereit. Zu diesem Zeitpunkt verfügten nur die Kampfstände über einen Kollektiv Maskenschutz, der kollektive Raumschutz in der Unterkunft musste noch eingerichtet werden. Ein gutes Jahr später, am 18. Dezember 1944, war die Ventilation revidiert und die Scharten gemäss den neusten Erkenntnissen abgeändert. Wegen Materialmangel und Verzögerungen bei den Lieferfristen konnten die Schartentöpfe noch nicht eingebaut werden. Die definitive Übergabe erfolgte am 29. Dezember 1945.

Die Zusammenstellung der Gesamtkosten, ohne Waffen, Munition und Landerwerb, ergab bei Fr. 1`945`558.-  eine Kostenüberschreitung von Fr. 145`558.-.

Die Besatzung rekrutierte sich aus den Kompanien 502 und 507 der Artillerie Fussabteilung 81 der 4. Div. Das Kader wurde zwischen dem 28. August und 2. September 1943 in die Festungsbelange eingeführt. Als Instruktoren wirkten drei Unteroffiziere aus den Festungen Vitznau und Drachenflue.  

Text Quelle: "Die Wehramstrengungen im Raum Nidwalden 1935 - 1995"    150 Jahre Offiziersgesellschaft Nidwalden 1857 - 2007

Die folgenden Fotos wurden mir freundlicherweise von Herr O. Käslin zur Verfügung gestellt. Ich möchte mich bei Ihm an dieser stelle recht Herzlich Bedanken.






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77 )  Hiermit wurden den Geschoss- Hülsen nach dem Abschuss die Giftigen Gasrückstände abgesaugt.